Der Jägerndorfer

das Mitteilungsblatt des Freundeskreises zur Förderung der Patenschaft Ansbach-Jägerndorf e.V.



Hier finden Sie alles Wissenswerte aus dem Mitteilungsblatt Der Jägerndorfer.

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Der österreichische Verrat an den Sudetendeutschen


Am 12.11.1918 wird der Sozialist und Astromarxist Karl Renner erster Kanzler der neuen Republik von Rest-Österreich, nachdem er sich schon ab 30.10.1918 parallel zur noch amtierenden Regierung Lammasch, als Leiter der Staatskanzlei mit dem Aufbau einer neunen sozialistische Regierung befasst hatte. 1920 besuchte der österreichische Kanzler Karl Renner Prag und im Schloss Lana – tschechisch Laniy- kam es zu einem Geheimabkommen über die Grenzgarantie nach dem Stande von 1918 nach Besetzung der sudetendeutschen Gebiete und Österr.-Schlesiens durch die tschechischen Legionäre.

Damit die sozialistische Regierung in Wien handlungsfähig war, wurden 4 Kreditverträge für die 1. Republik Österreich abgeschlossen. Der 1. Kreditvertrag, im Geheimabkommen zwischen Benes und Renner am 12.1.1920 auf Schoss Lana (Laniy) Kreditvolumen 500 Mio. tschechische Goldkronen, dafür Preisgabe des Selbstbestimmungsrechts der Sudetendeutschen. 2. Kreditvertrag 4.10.1922 (Genfer Protokoll von 1922) 650 Mio. Goldkronen, 3. Kreditvertrag von Lausanne 300 Millionen, 4.und letzter Kreditvertrag 15.7.1932 unter dem österreichischen Kanzler Dollfuß 300 Mio. Schilling. Das Finanzvermögen der 1. CSR-Republik stammte aus dem sog. Zarengold und Wertsachen der russisch-orthodoxen Kirche, welche die „Tschechische Legion" in Russland und Sibirien requirierte und nach Prag deportierte. Nach den Ereignissen von 1938 folgte die Ironie der Geschichte, dass CSR-Staatsbürger, die mit ihrem Geld das Überleben Österreichs und den Verrat an den Sudetendeutschen angesichts der braunen und sowjetischen Stalingefahr hätten sichern sollen, schließlich einen unfreiwilligen Beitrag zur deutschen Kriegsfinanzierung leisteten wie 1945 Benes nicht nur den Sudetendeutschen sondern seinen eigenen Landsleuten bis 1991 die Sowjets in Land geholt hat.

Beim diesjährigen Abschiedsbesuch des österreichischen Bundespräsident Heinz Fischer in Prag und die organisierte Fahrt im alten Salonwagen nach Schloss Laniy mit dem Auftritt der tschechischen Legionärsgarde in alten Uniformklamotten und Schießprügel erinnerte Zemann, dem verblüfften Fischer, an das schlechte Gewissen Österreichs durch „gestohlenes Zarengold" an vergangene Zeiten. Eine Kopie Vertrag Nr. 257, umfasst 12 Artikel in französisch und englisch abgefasst, Österreich und Tschechoslowakei unterzeichnet in Prag am 16. Dezember 1921 von Benes und dem österr. Kanzler Schober mit dem Verrat der Sudetendeutschen in St. Germain-en-Laye am 19.9.1919 und der Verstümmelung Ungarns in Trianon am 4.Juni 1920 ist im Jägerndorfer Heimatarchiv in Ansbach.

Dazu die Reaktion in Berlin – Runderlass des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt Haniel von Haimhausen – Ganz geheim Berlin, den 7. Januar 1922:
Der Vertragsabschluss durch Österreich ist als Endergebnis der seit der Hallstätter Zusammenkunft zwischen dem Bundespräsidenten Hainisch und dem Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Masaryk zwangsläufig verfolgten „Brotpolitik" zu bewerten. Der am 21. Dezember v.J. in Wien und Prag amtlich veröffentlichte, in Abschrift angeschlossene Vertragstext läßt erkennen, dass Österreich die durch die Abschließung des politischen Vertrags erhofften wirtschaftlichen und finanziellen Erleichterungen durch eine in einzelnen Punkten ziemlich weitgehende politische Anlehnung an die Tschechoslowakei erkauft hat, die allerdings in das Renner-Benesschen Geheimabkommen in einer die österreichische Regierung noch mehr bindenden Weise vertraglich festgesetzt war.

Der 2. Verrat Österreichs war dann nach Kriegsende 1945. Seehofer als Schirmherr der Sudetendeutschen hat die Haltung der Austromarxisten Renner und Schober jetzt eingenommen; das ist der 3. Verrat.

Diether Ertel – Leiter der Jägerndorfer Heimatsammlungen in Ansbach





 'Klippelsteig' in historischen Trachten
'Klippelsteig' in historischen Trachten.


 Frau Helene Dengler beim Klöppeln in den Jägerndorfer Heimatstuben am 8.12.2001
Frau Helene Dengler beim Klöppeln in den Jägerndorfer Heimatstuben am 8.12.2001.

Klöppelspitzen aus Hotzenplotz und ihre Geschichte

Hotzenplotz ist ein kleines Städtchen am Fuße des Altvatergebirges. Der Olmützer Bischof Bruno von Schaumburg gründete es im Jahre 1233. Aus der Geschichte des Bezirkes Hotzenplotz (Mährische Enklave von Prerau), herausgegeben von Adolf Christ, Bezirksschulinspektor, konnte ich entnehmen, dass um das Jahr 1700 die Spitzenklöppelei eingeführt wurde.

Aus dem Erzgebirge kam ein Mann namens Simon Daume, geb. 1628 in Brüx, und brachte der Bevölkerung Arbeit und Brot durch das Spitzenklöppeln. Er wurde auch Bürger von Hotzenplotz. Ihm folgten auch andere Männer aus seiner früheren Heimat, welche die Spitzenklöppelei verbesserten und für neue Spitzenmuster sorgten, unter ihnen war auch Martin Martler aus Georgenwald im Erzgebirge, der sich 1683 in Hotzenplotz ansiedelte und neue Muster mitbrachte. Im Jahr 1700 siedelte sich Thomas Böhm ebenfalls aus Georgenstadt in Hotzenplotz an, er verbesserte die Spitzenklöppelei wesentlich.

In der Stadtratssitzung vom 28.12.1903 fasste man den Beschluss, eine Spitzenklöppelschule in Hotzenplotz anzusiedeln. Diese wurde am 1. September 1905 gegründet, nachdem sich die Stadtverwaltung verpflichtet hatte, die Lokalitäten dazu zur Verfügung zu stellen und für die Einrichtung der Schule aufzukommen.

Eine staatlich geprüfte Klöppellehrerin stellte die Regierung ein. Sie war der „Staatsschulanstalt für Hausindustrie“ in Prag unterstellt. Von 1905 – 1945 war immer eine Klöppellehrerin in Hotzenplotz beschäftigt. In Hotzenplotz lebten zu dieser Zeit ca. 3000 Einwohner. Die von der Bevölkerung produzierten Spitzen verkaufte man hauptsächlich in das benachbarte Preußen. Von Geistlichen wurde Altarspitzen und Chorröckespitzen häufig bestellt.

1945 wurde die Stadt zu 80 % durch die schweren Kämpfe um Hotzenplotz zerstört. Die Klöppelschule ist dabei bis auf die Grundmauern abgebrannt. Im Jahr 1946 begann die Vertreibung der deutschen Bevölkerung durch die Tschechen aus ganz Sudeten-Schlesien, so auch die Einwohner von Hotzenplotz, zu diesen gehörte auch meine Familie.

Wir waren bei den letzten Transporten dabei und mussten somit erst im September 1946 unsere Heimat verlassen. In der Zwischenzeit hatten wir schon Nachricht von Bekannten, die bereits in Deutschland waren, dass wir bitte Klöppelbriefe mitbringen sollten. Meine Mutter konnte damals für Lebensmittel von einer Frau Klöppel- und Musterbriefe eintauschen. Da wir damals nur 30 kg Gepäck pro Person mitnehmen durften, haben wir die Musterbriefe teilweise vom Karton abgelöst und ganz unten im Koffer verstaut. Immer in der Hoffnung, dass wir alles unbemerkt durch die Kontrollen bringen würden. Wir haben es „Gott sei Dank“ geschafft, denn in den ersten Jahren in Deutschland konnten wir nur mit Klöppeln etwas Geld verdienen.

Was damals zum Lebensunterhalt notwendig war, ist heute zu einem interessanten Hobby geworden, das breiten Anklang bei der Bevölkerung findet.

Verwendete Literatur:

  • „Die Hausindustrie Schlesien 1890“ von Dr. Gustav Lange
  • „Volkstümliche Klöppelspitze von Hotzenplotz“ von Hugo Lang, Aufsatz in der Zeitschrift
  • „Stickerei und Spitzen“ Jahrg. 1925/26

von Helene Dengler, geb. Kunze



 
 



 Die Burgbergkirche bei Jägerndorf ist ziemlich streng im Stiel der Spätrenaissance erbaut. Sie hat einschlißlich des im Achteck ausgebauten Presbyteriums eine Gesamtlänge von 88,5 Metern und eine Breite von 22,5 Metern.
Die Burgbergkirche bei Jägerndorf ist ziemlich streng im Stiel der Spätrenaissance erbaut. Sie hat einschlißlich des im Achteck ausgebauten Presbyteriums eine Gesamtlänge von 88,5 Metern und eine Breite von 22,5 Metern. .


Einer der beliebtesten Ausflugsorte und das Wahreichen der in Sudetenschlesien gelegenen Kreisstadt Jägerndorf ist der im Südosten emporragende 437 m hohe Burgberg, welcher eine herrliche Rundsicht bietet und Einheimische, Touristen, Heimatforscher und Wallfahrer anlockt.

Die Wallfahrt und das Heiligtum auf dem Burgberg

Der mündlichen Überlieferung und aus Sagen war um das Jahr 900 in einem Eichenbaum auf dem Burgberg eine holzgeschnitzte Marienfigur angebracht. In früheren Zeiten hieß der Burgberg einfach „der Berg“ und auf diesem Berg, so wurde dokumentiert, stand im 13. Jh. ein hölzernes Marienbild. 1635 wurde an seiner Stelle ein Holzkreuz mit der Inschrift „Unser gekreuzigter Heiland bitte deinen Vater fürs Vaterland“ aufgestellt. in den Jahren 1679 – 84 entstand an der Stelle, wo heute die „Sieben Geheimniskapelle zum Begräbnis Christi“ mit 2 Seitenstationen steht, ein Holzkirchlein. Minoriten unter Guardian Kornelius Ottweiler erhielten dazu die Genehmigung vom Olmützer Fürstbischof Karl II. Graf von Liechtenstein, Freiherr von Kastelkorn und die Bewilligung,  4 Prozessionen im Jahr zu halten. Zur Ausschmückung stiftete der Ratsherr und Kaufmann Heinrich Täubner ein auf Holz gemaltes Marienbild „die Schmerzhafte Mutter Gottes“. Es befindet sich heute auf der Rückseite des Hauptaltares. Die eindringlichen Predigten der Minoriten bewirkten einen großen Zustrom von Gläubigen. Das Kirchlein wurde zu klein und der Wunsch nach einer größeren, steinernen Kirche wurde laut. 1690 löste der oben genannte Ratsherr ein Gelübde ein und stiftete erneut ein Bild der Schmerzhaften Mutter Gottes. Diesmal in Öl auf Leinwand gemalt, das heutige Hauptaltarbild. Der kunstvolle Rahmen wurde allerdings erst 1728 geschaffen. Als der Stadtrat von Jägerndorf einen Bauplatz zur Verfügung stellte und Fürst Adam zu Lichtenstein das Baumaterial und der Handelsmann Kasper Tauner 1500 fl. Gulden zur Verfügung stellten, begann der Minorit Guardian Friedrich Kubin 1722 mit dem Bau der Kirche, die 1727 eingeweiht werden konnte. Daran erinnert eine lateinische Inschrift im Kirchengewölbe, aus der auch die Jahreszahl 1727 hervorgeht. Sie lautet „1727 der Heiligen Dreifaltigkeit und der Schmerzhaften Jungfrau hat dankbare Liebe Weihegeschenke dargebracht“. Es flossen viele hochherzige Spenden und so konnte die Kirche sehr feierlich gestaltet werden. Die Minoriten beschafften sich Reliquien vom Heiligen Innozenz und Donatus und waren in der Lage Gottesdienste zu halten.  Die in äußerem Glanz abgehaltenen Gottesdienste zogen viele Besucher an, so dass die Pfarrkirche St. Martin weniger Zuspruch fand. Der Zustand verschlimmerte sich noch, als 1779 die Kirche abbrannte und der Gottesdienst in der Hl. Geist Kirche abgehalten werden musste. Als sich nach der Wiederherstellung von St. Martin 1784 dieser Zustand nicht änderte, erhob die Geistlichkeit Beschwerde beim Konsistorium in Olmütz gegen den Gottesdienst in der Burgberg-Kirche. Olmütz beschloss, die Kirche aufzuheben, damit die Gläubigen sich wieder der Pfarrkirche zuwenden mögen. Am 3.8.1786 wurde die Verordnung durch den Stadtpfarrer und Erzpriester Josef Blumenwitz ausgeführt und die Kirche entweiht. Die Einrichtungsgegenstände wurden teils verkauft, teils verteilt. Das Gnadenbild kam in die Pfarrkirche. Der Hochaltar, die Orgel, die große Glocke und die Reliquien fielen der Minoritenkirche in der Stadt zu. Am 20.5.1791 kam auch das Kirchengebäude zum öffentlichen Verkauf. Es wurde meistbietend um den Betrag von 406 Gulden von den 4 Jägerndorfer Bürgern Anton Philieb, Garbiel Quesker, Hermann Schmidt und Michael Weiß gekauft. Von ihnen ist der Eisenhändler Michael Weiß am 17.8.1791 im Jägerndorfer Grundbuch als Käufer eingetragen. Neun Jahre blieb die Burgberg-Kirche dem Gottesdienst entzogen. Da sie als „Nebenkirche“ ohne Kirchsprengel nicht genutzt werden konnte, gründete man 1795 die Siedlung „Marienfeld“. Auf Bitten der Stadtgemeinde wurde per Hofdekret vom 4.7.1795 zunächst wegen Marienfeld erlaubt, darin Gottesdienste zu halten, aber keine Wallfahrten. Seelsorge schon, aber nicht von den Monoriten Patres, sondern von der Pfarrgeistlichkeit. Sie wurde eine Filialkirche der Stadtpfarre. Da aber die 4 Bürger sie der Stadt zum Geschenk machten, besaß die Stadt Jägerndorf von da an das Eigentumsrecht. Der erste Gottesdienst fand am 8.9.1795 statt. Zum Erhalt und zur Verschönerung des Gotteshauses haben mehrere Jägerndorfer Bürger ihre Häuser mit bestimmten jährlichen Geldleistungen belastet.

Am Nachmittag des 21.8.1865 ging in Marienfeld, unterhalb der Kirche, eine Scheuer in Flammen auf. Durch heftigen Funkenflug entzündete sich das Schindeldach der Kirche und der Türme. Durch die große Hitze schmolzen die beiden Glocken und stürzten ab. Eine eingeleitete Sammlung von Spenden, die der damalige Pfarrer Heinrich bei den Jägerndorfer Bürgern und Umgebung einleitete, erbrachte die Summe von 6.537 Gulden und 60 ½ Kreuzer. Mit diesem Betrag wurde eine Renovierung in den Jahren 1866/1867 möglich.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg mit seinen politischen Wirren und der antideutschen und kirchenfeindlichen Einstellung des tschechischen Staates war es vor allem der aus Jägerndorf stammende Geistliche Dr. theol. Franz Linke, der die Wallfahrt auf dem Burgberg förderte und er setzte sich für ein neues Geläute in der Burgberg-Kirche ein.

Nach dem Anschluss 1938 an das Großdeutsche Reich wurden 1940 das Minoritenkoster mit der Kirche Maria Geburt und die Burgberg-Kirche an den Minoritenorden als Eigentümer übertragen. Bei den Kampfhandlungen 1945 wurde der nördliche Glockenturm zerstört, doch man soll die Hoffnung nie aufgeben. Die Jägerndorfer und hauptsächlich Deutsche, die im Burgberglager von den tschechoslowakischen Behörden festgehalten wurden, haben die Burgberg-Kirche in ihrem Zustand wieder hergerichtet, berichtet der Monoritenpater  Heinrich. Von 1947 bis August 1990 war die Burgberg-Kirche für die Öffentlichkeit geschlossen und es war verboten, kirchliche Handlungen und Gottesdienste abzuhalten.  Die deutschen Monoritenpatres wurden von den Tschechen eingesperrt und misshandelt.                                                                                                                     Zusammengestellt Diether Ertel

 



 
 

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Markgraf Georg

Herzog von Jägerndorf 1523 – 1543

 

Markgraf Georg von Brandenburg-Ansbach heiratete am 21. Januar 1509 in Gyula Beatrix de Frangepan und durch seine Frau, wurde Georg eine der mächtigsten Großgrundbesitzer in Ungarn. Die Burg Hunyadi war Residenz. Nach Beatix Tod, ein Jahr nach der Vermählung, veräußerte Georg den größten Teil der ungarischen Besitzungen, es war der erste Ansturm der Türken, und erwarb dafür Herrschaften in Schlesien.

Mit Kaufvertrag am 15. Mai 1523 erwarb er mit der Kaufsumme von 58.900 ungarische Gulden für die Städte Jägerndorf und Leobschütz, die Feste Lobenstein und die Ortschaften. Hierauf entläßt Georg von Schellenberg die Stände, Städte und Einwohner des Fürstenthums Jägerndorf der Unterthanenpflicht, und König Ludwig belehnt ihn, Georg, mit dem Lande, was König Ferdinand am 1. Juni 1532 bestätigt. Dazu kam nach dem Erbanfall die Stadt Ratibor, Schloß und Stadt Oderberg und die Herrschaft Beuthen.

Georg war ein gerechter, leutseliger und charakterfester Fürst, der Jägerndorf „herzlich liebte und unter welchen die Stadt männiglich zugenommen hat". Der Jägerndorfer Stadtschreiber Schickfuß sagt von ihm, er wäre ein gottesfürchtiger, gütiger und wohlthätiger Herr gewesen, daß ihm alle Welt günstig gewesen sei und daß man noch lange Zeit seiner am selbigen Orte und sonsten rühmlich und bestens gedacht und ihm viel Gutes nachgerühmt habe.

Weit weniger als die Bürgerschaft waren die Edelleute mit seiner Regierung einverstanden, hob er doch das Landrecht auf, da er „Mangel befunden" und hatte vor, eine neue Landesordnung einzuführen, wurde aber in seinem Vorhaben durch den Tod verhindert

Georg war dreimal verheiratet und besaß fünf Töchter:

  • Anna Maria verheiratet mit Herzog Christoph von Württemberg
  • Sabina mit dem Kurfürsten Hans Georg von Brandenburg
  • Katharina Dorothea mit dem Burggrafen Heinrich von Meißen
  • Sophia mit dem Herzog Heinrich von Liegnitz
  • Barbara welche unvermählt starb.

Seinem Ende sich nahe fühlend, setzt er im Jahre 1543 zum Erben seiner Länder, Leute, Schlösser, Städte, Flecken und Güter die ihm erblich oder pfandweise zugehören, seinen einzigen Sohn Georg Friedrich ein.

Nachruf auf Herzog Georg des Jägerndorfer Stadtschreibers im ältesten Stadtbuch                

"Im 1543. Jahre, den 21. Tag Decembris, Mittwoch Johannis Evangelistae, ist der Durchlauchtige, hochgeborene Fürst und Herr, Herr George, Markgraf zu Brandenburg und Herzog in Schlesien zu Jägerndorf, unser gnädiger Herr und lieber Vater, von dieser Welt abgeschieden, die diese Stadt herzlich geliebet und alle die Privilegia und Gerechtigkeiten durch König Ludovicum seligen Gedächtnis bestätigt und confirmieret, der auch die Bürger und Stadtrat dem evangelischen Glauben übergeführet und das Schoss von Grund aus neu erbauet, unter welchen dero fürstlichen Gnaden bemelte Stadt merklich zugenommen und wiederub Türme, Tore, Mauern und Pasteien aufgerichte und erbauet.

Der Seelen wolle der allmächtige, gütige Gott gnädig und barmherzig sein.  Amen."

Aus G. Biermann Troppau 1874 - Verlag des schlesischen Landesausschusses

 

 

 

Zeittafel unter Markgraf Georg der Fromme
geb. am 4. März 1484 in Ansbach

1482
faßten die Brandenburger Hohenzollern zum erstenmal Fuß in Schlesien.
1500 bis 1550:
Ende der Wüstungszeit in Schlesien.
1500 bis 1600:
Neubelebung des schlesischen Bergbaues. Erzfunde an vielen Orten.
1510 bis 1550:
Gründung zahlreicher freier Bergstädte, z.B. 1526 des unter dem Oberhauptmann von Jägerndorf stehenden Ortes Tarnowitz.
1515:
Erbverbrüderung zwischen dem böhmisch-ungarischen Jagellonenzweig und den österreichischen Habsburgern.
1523:
Markgraf Georg der Fromme von Ansbach-Brandenburg aus dem Geschlecht der Hohenzollern erwirbt käuflich das Herzogtum Jägerndorf.
1526:
Herzog Georg von Jägerndorf zog mit 15000 Jägerndorfer Soldaten in die Schlacht bei Mohacs an der Donau am 29.8.1526 gegen die Türken unter Süleyman I. Gefallen ist König Ludwig II von Böhmen und Ungarn.
1526:
Nach dem Tode des böhmischen Königs Ludwig II aus dem Hause der Jagellonen fällt Schlesien mit Böhmen und Mähren an die Habsburger.
1526:
vergrößert Markgraf Georg seinen schlesischen Besitz durch die freie Standesherrschaft Beuthen – Tarnowitz – Oderberg.
1527:
Einführung des Protestantismus im Herzogtum Jägerndorf.
1530:
Erbaut der Ansbacher Baumeister Hans Behaim von Grund auf das Jägerndorfer Schloß.
1532:
Erwirbt Markgraf Georg im Pfandbesitz die Herzogtümer Oppeln und Ratibor.
1535:
Erbauung des Schlosses Ratibor in Roth/Mittelfranken aus schlesischen Steuergeldern.
1543:
Am 27. Dezember stirbt Georg der Fromme. Vormundschaftliche Regierung für den vierjährigen Sohn Georg Friedrich.




Markgraf
Georg Friedrich

geb. 5. April 1539 in Ansbach

Herzog von Jägerndorf 1544 - 1603


Da er bei dem Tode seines Vaters erst im fünften Jahre seines Lebens stand, so leitete die Geschäfte von Ansbach aus eine vormundschaftliche Regierung, an ihrer Spitze befindet sich Markgraf Albrecht sein Oheim.

Georg Friedrich leistete am 14. April 1557 dem Kaiser Ferdinand I. in Prag den Lehenseid für das Herzogtum, und dem das Jahr darauf huldigten die Einwohner des Jägerndorfischen. Er hielt sich gleich seinem Vater meistens in Ansbach auf. Die Jägerndorfische Regierung war wegen der Entfernung ihres Herren in allen dringenden Angelegenheiten angewiesen, sich an seinen Freund, den Herzog Georg von Liegnitz-Brieg zu wenden, von dem sie sich auch wirklich sehr häufig Rat holten.

Die Zeit Georg Friedrichs als Herzog der schlesischen Besitzungen kann als solide, friedlich und auch frei von größeren religiösen und politischen Konflikten beschrieben werden. Während seiner Regierung wurden die Türme der Pfarrkirche neu aufgebaut und 1558 zu derselben Zeit vollendet als der Pfarrer Mag. Georg Triterus der Pestilenz erlag.

Georg Friedrich welcher den 26. April 1603 in Ansbach das Zeitliche segnete, hatten von seinen Räten in Jägerndorf seinen Länderbesitz in Schlesien auf das trefflichste verwalten lassen. Der Bauer, anderswo nur wenig beachtet, fand im Jägerndorfischen Schutz und Schirm bei der Regierung. In derselben Zeit, in welcher Troppau in Folge der Mißwirtschaft des Stadtrates von seiner schweren Schuldenlast fast erdrückt ward, welche Zwistigkeiten der schlimmsten Art zwischen Magistrat und Gemeinde erzeugten, hob sich der städtische Haushalt in unserem Fürstentume auf die erfreuliche Weise. Es findet sich nicht die geringste Spur, dass der Markgraf das Beispiel der Herzoge von Teschen oder selbst eines Kaiser Maximilian II.  nachgeahmt hätte, welche ihre Kommunen, Teschen, Troppaus u.s.w. zu Bürgschaften und zur Vorstreckung von Kapitalien zwangen. Die Edelleute, obgleich sie in ihrer Opposition gegen den Markgrafen von dem kaiserlichen Hofe vielfach unterstütz wurden, und welche sich gegen den Willen ihres Landesfürsten ihr verbrieftes Landrecht erzwungen hatten, mussten sich dennoch den Verbesserungen in der Rechtspflege fügen, und sie sahen sich genötigt von der Meinung abzulassen, dass sie die unumschränkten Herren ihrer Untertanen seien. Auch die religiösen Streitigkeiten, welche seit Rudolf II Regimente in Mähren, im Troppauischen und anderwärts Unfrieden säten und unsägliches Unheil stifteten, sie ließen während Georg Friedrichs Regierung unser Fürstentum unberührt. Dieses zählte unstreitig zu den bestregierten Landstichen Schlesiens und des Reiches.

Wie man im Herzogtum Georg Friedrich zu schätzen wusste, geht aus einem Schreiben der Stadt Leobschütz, Herzogtum Jägerndorf, zur Abwehr von Vorwürfen tschechischer Adeliger gegen den Herzog hervor, worin es heißt:

„Uns ist weder von den beiden Fürsten Georg und Georg Friedrich noch von ihrer Regierung jemals ein Unrecht zugefügt worden, und wir danken täglich Gott, dass er uns diese Obrigkeit gegeben hat“.

Georg Friedrich war verheiratet mit Elisabeth von Brandenburg-Küstrin, und nach dessen Tod 1578, mit Sophie von Braunschweig-Lüneburg. Als Georg Friedrich am 26. April 1603 in Ansbach ohne männliche Nachkommen starb, erlosch mit ihm der Ansbach-Jägerndorfer Zweig der Linie der fränkischen Hohenzollern.

Diether Ertel, Quelle Jägerndorfer Heimatarchiv Ansbach aus Biermann Troppau und Jägerndorf

Zeittafel unter Markgraf Georg Friedrich, geb. am 5. April 1539 in Ansbach

1550 bis 1600: Spätgründungen einzelner Bergstädte.

1557: Margraf Georg Friedrich regiert selbständig.

1558: Oppeln und Ratibor gehen durch Einlösung wieder verloren.

1574: Baumeister Blasius Berwart aus Ansbach baut ein Schöpfrad im Mühlgraben des Jägerndorfer Schloßhofs und eine Röhrenwasserleitung für das Schloß und die Stadt.

Ende des 16. Jh: Streit zwischen Lutheranern und Kalvinisten; Sieg des Luthertums.

1590: wird Generalsuperintendent Adam Francisci (Franzel) aus Jägerndorf Abt und Rektor der Fürstenschule in Heilsbronn bei Ansbach.

1603: erlischt die fränkische Linie der Hohenzollern mit Georg Friedrich.

1603 bis 1606: Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg ist Herzog von Jägerndorf.              

1606 bis 1622: dessen Sohn Markgraf Johann Georg Nachfolger im Herzogtum Jägerndorf.

1620: schließen sich die schlesischen Stände dem „Winterkönig“ an und werden in seine Niederlage mit hineingerissen.

1621: wird Johann Georg von Kaiser Ferdinand II geächtet.

1622: wird der katholische Fürst Liechtenstein Karl I als Nachfolger vom Kaiser eingesetzt.






Bischof Paul von Jägerndorf

geb. 1318 / gest. 1377

1352 bis 1359 Bischof von Gurk/ Seckau Steiermark –
1359 bis 1377 Fürstbischof von Freising/München

Die Eltern von Bischof Paul waren Theoderich von Harrach +1346 und Cunigunde und entstammten einem schlesischen Rittergeschlecht in der Gegend von Jägerndorf. Sie waren sehr begütert und begründeten das Jägerndorfer Minoritenkloster. Nach weitern Angaben hieß Pauls Vater auch Peter, und er hatte die Söhne Boto, Nikolaus und Otto sowie Johann de Jegersdorf bzw. de Lobensteyn, wobei Johann identisch mit dem späteren „Bischof Paul von Jägerndorf“  ist.

Da Paul als Kaplan und „iuris peritus“ bezeichnet wird, muss er die höheren Studien absolviert haben. Er war schon früh Sekretär des Königs Ludwigs I von Ungarn. Dieser erbat für ihn im Jahre 1350 ein Kanonikat in Gran und das Archidiakonat in Neutra.  Außerdem wurde er Domherr in Breslau sowie Pfarrer von Reisbach bei Regensburg und Propst von Höglwörth im Berchtesgadener Land. Seit dem 22. Mai 1351 ist er als Magister belegt.

Nach dem Tod des Gurker Bischof Ulrich von Wildhaus im Jahr 1351, wurde auf Betreiben des ungarischen Königs Ludwig, Paul von Jägerndorf von Papst Clemens VI  zum Bischof ernannt. Bischof Paul wurde vom Papst mit wichtigen diplomatischen Missionen betraut, weshalb er sich kaum in seiner Diözese Gurk aufhielt. U.a. wurde er als Nuntius des Apostolischen Stuhls zu Markgraf Johann Heinrich von Mähren und Herzog Albrecht von Österreich geschickt, um die Feindseligkeiten zwischen den beiden durch Vermittlung eines Friedens zu beenden.

Am 15. Mai 1359 übertrug Papst Innozenz VI das Erzbistum Freising Paul von Jägerndorf und am 2. Juli nahm er von seiner Kathedrale Besitz. Während seiner Amtszeit als Bischof von Freising bemühte er sich, die dem Hochstift Freising unter seinen Vorgängern weggenommenen Güter in Österreich zurückzugewinnen. Wegen hoher Verschuldung musste Fürstbischof Paul 1361 zu einer befristeten Abtretung des Freisinger Anteils am Münchner Brückenzoll sich verpflichten. Zugleich verzichtete er freiwillig auf einen Teil seiner Privilegien. Während seiner Amtszeit wurde die  älteste Münchner Kirche St. Peter gebaut und er weihte sie 1365 ein. Ein weiteres bekanntes Bauwerk war die Klosterkirche in Ettal die er 1370 weihte.  

Erstaunlich wie breitgefächert sein Leben war. Von „Jägerndorf“ nach Ungarn, Breslau, Höglwörth, Gurk, Freising. Er muss ein fähiger Mann verschiedener Richtung gewesen sein. Nach 18-jähriger Regierung im Erzbistum Freising/München verstarb er am 23. Juli 1377. Sein Sterbe- und Bestattungsort ist ungewiss. Kurz vor seinem Tod dürfte er nach Jägerndorf gereist sein und auf dem Areal des Minoritenklosters seine letzte Ruhestätte sein.

Diether Ertel – Quelle Jägerndorfer Heimatarchiv Ansbach



 
 

Meinung zur Diskussion um die Satzung der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Eine Frage der Ehre – Unsere bedrohten Werte


1950 wurde in der Patenstadt Ansbach bei einem Treffen der Jägerndorfer aus Stadt und Kreis von Prof. Ernst Kober, Thomas Konorza, Kurt Kube, Dr. Wilfried Schwarz aus Groß Raden u.a. die „Landsmannschaft der Jägerndorfer“ gegründet.

Bei der Übernahme der Patenschaft über die Stadt Jägerndorf 1954 steht: Der Stadtrat beschließt einstimmig, die Patenschaft über die Stadt Jägerndorf zu übernehmen – entsprechend dem Wunsch „der Landsmannschaft der Jägerndorfer“. Dieser einstimmige Beschluss soll eine Stärkung unseres Bewusstseins gesamtdeutscher Zusammengehörigkeit dienen und eine friedliche Rückkehr in die geliebte Heimat und Patenstadt. Letzteres ist bis heute nicht gelungen, die sogenannte „Benesch-Dekrete“, in der die Enteignung der Sudetendeutschen legitimiert wird, wurde nicht rückgängig gemacht. Am 5. September 1985 im Euroindustriepark in München wurde als Nachfolger der Verein „Freundeskreis zur Förderung der Patenschaft Ansbach-Jägerndorf e.V.“ gegründet.                                                                                                                                             

Wir sollten heute bei der Diskussion um die Neufassung der Satzung der SL daran erinnern was der britische Publizist und Autor Victor Gollancz 1946 feststellte: „Sofern das Gewissen der Menschheit jemals wieder empfindsam werden sollte, werden diese Vertreibungen als die unsterbliche Schande all derer im Gedächtnis bleiben, die sie veranlasst oder sich damit abgefunden haben!

Die Deutschen wurden vertrieben, aber nicht einfach mit einem Mangel an Rücksichtnahme, sondern mit dem denkbar höchsten Maß an Brutalität!“

Warum wurden die Unschuldigen bestraft? Warum das Opfer?
Warum all dieser Schmerz?

Was bleibt nach 70 Jahren von dem Schwur der Opfer der tschechischen und polnischen Vertreiber, niemals die Enteignung, Entrechtung und Ermordung als gegeben hinzunehmen, sondern zu ächten und darum zu kämpfen, dass dieses Verbrechen durch den Staat, der sie aufnahm gemäß Völkerrecht rückgängig gemacht wird, wenn Schlüsselworte aus der Satzung:

  • Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene   Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen;
  • das Recht auf Rückgabe bzw. gleichwertigen Ersatz oder Entschädigung des konfiszierten Eigentums der Sudetendeutschen zu wahren gestrichen werden und damit dem Sinn nach entstellt wird?

Im Zeitalter des Internet verlieren Spitzenvertreter sehr stark an Einfluss.

Bei dieser Art einfallslos-monolithische Politik – Doktrin wird unwillkürlich an die alte Volksweisheit erinnert: „Der Gegner liebt den Verrat, verachtet aber den Verräter“.

Wie werden die Nachfolger der tschechischen Verantwortlichen dieses größten und schwersten Verstoßes gegen das Völker – und Menschenrecht es verstehen, wenn das Recht auf Rückgabe der Heimat und des Eigentums sowie Wiedergutmachung durch die Vertretung der Opfer einseitig für gegenstandslos erklärt wird? Welches fatale Signal wird da in die heutige Welt gesendet? Zumal all diese während und nach dem 2. Weltkrieg verletzen Rechte genauestens durch international schon vor dem 1. Weltkrieg gültige Verträge wie z.B. die Haager Landkriegsordnung geregelt sind. Wir dürfen doch zum Schutz all  dieser Menschenrechte diese nicht aushebeln, nur um dem Wahn einer zweifelhaften politischen Korrektheit zu dienen! Benes verwendete in seinen Reden mit Absicht das Wort „liquidieren“, seine Landsleute wussten, was zu tun ist.






Benes-Dekrete

Rechtsstehende Dekrete sind jetzt noch Teil der tschechischen Verfassung und wurden beim Beitritt Tschechiens zur EU ausdrücklich gebilligt.

Nach der UN-Konvention von 1948 bedeutet Völkermord Handlungen, die in der Absicht begangen werden, „eine nationale, ethische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“.

Nach Außen – in Asien, in Afrika, in der Ukraine, in Russland predigt die EU die Ächtung der Menschenrechte und im eigenen Haus ist sie nicht im Stande, Millionen europäischer Vertriebenen zu ihren grundlegenden Menschenrechten zu verhelfen.

Warnung vor Grunderwerb mit Benes-Garantie

Seit 2011 sind in Tschechien die in den EU-Beitrittsverhandlungen vereinbarten Beschränkungen beim Grunderwerb gefallen. Seither können EU-Ausländer uneingeschränkt Immobilien in den Sudetendeutschen Gebieten erwerben. "Wir fühlen uns verpflichtet vor dem Erwerb aufgrund der Benes-Dekrete enteigneten Häusern, Gründen oder sonstigen Immobilien, Käufer vor einem zweifelhaften, den Vökerrechtsnormen widersprechenden Eigentumserwerb zu warnen".

Edvard Benes, 1945 selbsternannter Staatspräsident und somit Diktator der CSR, sagte bei seiner Hetzrede in Tabor am 3. Juni 1945:

"Ich erteile allen Narodn´ vybor strengen Befehl, unseren Leuten im Grenzgebiet Platz zu verschaffen. Werft die Deutschen aus ihren Wohnungen und macht den unsrigen Platz! Alle Deutschen müssen verschwinden! Was wir im Jahr 1918 schon durchführen wollten, erledigen wir jetzt! Damals schon wollten wir alle Deutschen abschieben. Deutschland aber war noch nicht vernichtet und England hielt uns die Hände, jetzt aber muss alles erledigt werden! Kein deutscher Bauer darf auch nur einen Quadratmeter Boden unter seinen Füßen haben, kein deutscher Gewerbetreibender oder Geschäftsmann darf sein Unternehmen weiterführen! Wir sollten das auf eine etwas feinere Weise zur Durchführung bringen, aber da kam uns das Jahr 1938 dazwischen. All dessen muss sich jeder Narodn'vybor bewusst sein und rasch handeln! Der Öffentlichkeit muss ich noch bei den "Drei Großen" die Bewilligung einholen, aber das ändert nichts mehr, denn es ist schon alles beschlossen".

 

Vertreibungen sind Unrecht – gestern wie heute  - Dem Recht auf die Heimat gehört die Zukunft!

Stellen wir uns an die Seite aller Opfer von Vertreibungen und anderer Menschen -Rechtsverletzungen weltweit.  Die Rehabilitation der Opfer von Vertreibung, Zwangsarbeit und Völkermord 1945/1946 durch die Benes-Dekrete der damaligen CSR sowie das Freistellungsgesetz.

Ein Auszug  dieser menschenverachtenden „Dekrete“  als Grundlage zur Vertreibung, Enteignung und Raub sowie zu den 278.000 Sudetendeutschen Vertreibungstoten 1945/1946.

Dekret Nr. 5 vom 19. Mai 1945: § 2 (1) Das im Gebiet der Tschechoslowakischen Republik befindliche Vermögen der staatlich unzuverlässigen Personen wird gemäß den weitern Bestimmungen dieses Dekrets unter nationale Verwaltung gestellt

§ 4 Als staatlich unzuverlässige Personen sind anzusehen:

a) Personen deutscher oder magyarischer (ungarischer) Nationalität. Tragen der weißen Armbinde mit schwarzen N  (nepritel=Staatsfeind)

Dekret Nr. 12 vom 21. Juni 1945: § 1 (1) Mit augenblicklicher Wirksamkeit und entschädigungslos wird für die Zwecke der Bodenreform das landwirtschaftliche Vermögen enteignet, das im Eigentum steht:

a) aller Personen deutscher und magyarischer Nationalität, ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit.

Dekret Nr. 108 vom 25. Oktober 1945: § 1 (1) Konfisziert wird ohne Entschädigung für die Tschechoslowakische Republik das unbewegliche und bewegliche Vermögen, namentlich auch die Vermögensrechte (wie Forderungen, Wertpapiere, Einlagen, immaterielle Rechte), das bis zum Tage der tatsächlichen Beendigung der deutschen und magyarischen Okkupation in Eigentum stand oder noch steht.

Dekret Nr. 33 vom 2. August 1945: § 1 (1) Die tschechoslowakischen Staatsbürger deutscher oder magyarischer Nationalität, die nach den Vorschriften einer fremden Besatzungsmacht die deutsche oder magyarische Staatsangehörigkeit erworben haben, haben mit dem Tage des Erwerbs dieser Staatsangehörigkeit die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft verloren.

(2) Die übrigen tschechoslowakischen Staatsbürger deutscher oder magyarischer Nationalität verlieren die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft mit dem Tage, an dem dieses Dekrete in Kraft tritt.

Gesetz Nr. 115 vom 8. Mai 1946:
Straflos-Stellung von Vertreibungsverbrechen bis zum 28. Oktober 1945

§1 Eine Handlung, die in der Zeit vom 30. September 1938 bis zum 28. Oktober 1945 vorgenommen wurde und deren Zweck es war, einen Beitrag zum Kampf um die Wiedergewinnung der Freiheit der Tschechen und Slowaken zu leisten, oder die eine gerechte Vergeltung für Taten der Okkupanten oder ihrer Helfershelfer zum Ziele hatte, ist auch dann nicht widerrechtlich, wenn sie sonst nach den geltenden Vorschriften strafbar gewesen wäre.



Rückblick 2014


 
 

Das herausragende Ereignis im vergangen Jahr waren die Feierlichkeiten zu 60 Jahre Patenschaft Ansbach – Jägerndorf!


Der Freundeskreis als Träger veranstaltete die Jägerndorfer Tage mit großer Unterstützung der Patenstadt. Unser besonderer Dank gebührt Herrn Bürgermeister Thomas Deffner für die Trauerworte beim Totengedenken beim Jägerndorfer Gedenkstein und Frau Oberbürgermeisterin Carda Seidel für die ermunternden Taten und Worte bei der Festversammlung in der Karlshalle.

Herzlichen Dank im Namen aller Jägerndorfer aus Stadt und Kreis.

 


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Jägerndorfer Tage

Totengedenken mit Kranzniederlegung beim Jägerndorfer Gedenkstein

 

Erster Bürgermeister Thomas Deffner und Diether Ertel sprachen Worte des Gedenkens.

1988 wurde der Jägerndorfer Gedenkstein von Herrn Oberbürgermeister Dr. Ernst Zumach enthüllt und von den Jägerndorfer Geistlichen Konsistorialrat Franz Hübel, Pfarrer Walter Eibich und Pastor Herkomer eingeweiht.

In der Erinnerung der Lebenden leben die Toten weiter. Dieser Gedanke hat die Menschen zu allen Zeiten bewogen, sich ihrer verstorbenen Vorfahren, Verwandten, Bekannten und Freunde zu erinnern, und ihnen in ihren Herzen Platz zu geben, damit sie nicht tot und vergessen sind. Sondern trotzdem in der Erinnerung lebendig bleiben!

In dieser Stunde gedenken wir unserer verstorbenen Mitglieder, unserer Ehrenvorsitzenden Margot Rödl, den Vorständen und Beiräten. So gedenken wir unserer Toten, die noch in der Heimat verstorben und dort bestattet sind, denen heute noch der Wind der Heimat ein Lied singt auf vielerorts geschändeten, verfallenen oder von den Tschechen zerstörten Friedhöfen, unter zerbrochen Kreuzen und überwucherten Gräbern. Unsere Gedanken gehen aber auch hinüber zu jenen unserer Toten, die nach Kriegsende bei Massakern willkürlich erschossen, erschlagen und zu Tode gequält wurden, und zu jenen, die Todesmärsche nicht überlebten. 

Wir erinnern an die 4 von Tschechen eingerichteten Lager in Jägerndorf, Burgberglager, Lager Troppauer Straße, Türmitzlager, Mösniglager und im Gerichtsgebäude wo viele nach unvorstellbaren Grausamkeiten durch Tschechen getötet wurden. Ehrendes Gedenken gilt den etwa 300 erschlagenen, aufgehängten, erschossenen und an Entkräftung ermordeten Jägerndorf beim Elends-Todesmarsch nach Grulich in Böhmen vom 22. bis 28. Juni 1945. Aus Stadt und Kreis Jägerndorf gibt es etwa 3000 der insgesamt 278.000 Sudetendeutsche Vertreibungstote. Vergessen sind auch nicht die Gefallenen der Heimat.

Unsere Blicke gehen hinüber zu den 800 Ansbacher Bürger die bei den barbarischen amerikanischen Luftangriffen am 22. und 23. Februar 1945 kurz vor Kriegsende noch zu Tode kamen und nebenan in Massengräbern bestattet sind. Nach dem Gebet „ Vater-unser“ legten Deffner und Ertel den Kranz nieder und es folgte das Lied vom „Guten Kamerad“.



 
 
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Jägerndorfer Tage · 14. September 2014 · Karlshalle Ansbach

Grußworte von Frau Oberbürgermeisterin Carda Seidel

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Ertel, sehr geehrte Mitglieder des Vorstandes, liebe Jägerndorfer!

Ich begrüße Sie alle sehr herzlich hier in der Karlshalle und danke Ihnen für Ihr Kommen. Heute feiern wir das 60. Jubiläum dieser Patenschaft der Stadt Ansbach für die vertriebenen ehemaligen Jägerndorfer Bürger. Deshalb freue ich mich ganz besonders, die Schirmherrschaft zum heutigen Festakt wie auch in den Jahren zuvor tragen zu dürfen.

Heimat gibt uns ein Gemeinschaftsgefühl, gibt uns Identität und prägt uns für unser Leben. Viele von Ihnen mussten erleben, wie es ist, aus der Heimat vertrieben zu werden und dabei Besitz und geliebte Familienmitglieder zu verlieren. Ich denke hier an das Schicksal meines Großvaters der aus Schlesien stammt und viel über die Heimat berichtete. Dies alles sind Erfahrungen, die man niemandem wüscht.

Über die 60 Jahre Patenschaft merkte die Oberbürgermeisterin an:

„In der Niederschrift über die Stadtratssitzung am Montag, den 21. Juni 1954 um 16 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses Tagesordnungspunkt  418, Seite 177 und 178 wurde die Übernahme der Patenschaft über die Stadt Jägerndorf vom Stadtrat einstimmig beschlossen. Entsprechend dem Wunsch der Landsmannschaft der Jägerndorfer soll am Rat- bezw. Stadthaus das Jägerndorfer Wappen angebracht und bei offiziellen Anlässen die Jägerndorfer Fahne (gelb-weiß-blau) gehißt werden. Die offizielle Übernahme der Patenschaft wird anläßlich des am 17. und 18. Juli in Ansbach stattfinden Kreistreffens der Jägerndorfer am Sonntag, den 18. Juli 1954 im Orangeriesaal erfolgen“.

In der Urkunde heißt es als Begründung für die Übernahme der Patenschaft:"Dieser Beschluss ist getragen von dem Willen, das wertvolle kulturelle Erbgut unserer Patenstadt schützend zu erhalten und damit allen Jägerndorfern eine Stätte lebendiger Verbundenheit mit der alten Heimatstadt zu geben.Gleichzeitig möge dieser Beschluss aber auch einer Stärkung unseres Bewusstseins gesamtdeutscher Zusammengehörigkeit dienen, das uns alle in der sicheren Hoffnung verbindet auf eine friedliche Rückkehr in die geliebte Heimat und Patenstadt".

Letzteres ist bis heute nicht gelungen, die sogenannte "Benesch-Derkrete", in der die Enteignung der Sudetendeutschen legitimiert wir, wurden nicht rückgänge gemacht.

Als Mitglied der jüngeren Generation, hatte ich das Glück, in ein friedliches und wohlhabendes Deutschland hineingeboren zu sein, in dem junge Menschen die Möglichkeit haben, ein Leben in Freiheit, Wohlstand und Selbstbestimmung zu führen. Weil eben sie meine sehr geehrten Damen und Herren, meine lieben Heimatvertriebenen dafür, für uns eine neue lebenswerte Heimat geschaffen haben. Das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen kann und darf nicht der Vergessenheit anheimfallen, schon alleine deshalb nicht, weil sich in der Welt wieder dramatische Szenen wie in Syrien, dem Irak, in Afrika und zuletzt in der Ukraine in ähnlicher Form abgespielt haben und noch immer kein Ende absehbar ist, ähnlich wie es die Jägerndorfer nach dem Zweiten Weltkrieg erleiden mussten..

Wie Sie wissen liegt uns diese Patenschaft sehr am Herzen. Die Jägerndorfer Heimatsammlungen wollen wir weiter unterstützen und die Darstellung über die Vertreibung soll weiter ausgebaut werden.  

Als kleine Erinnerung an unser Jubiläum darf ich dem Verein ein Bild des Ansbacher Malers Willi Probst überreichen, der sich vor einiger Zeit intensiv mit Jägerndorf auseindergesetzt hat, passend für die Heimatstuben.



 
 
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Jägerndorfer Tage · 14. September 2014 · Karlshalle Ansbach

Ansprache Diether Ertel


Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Seidel, sehr geehrte Frau Bezirksrätin Malecha,

verehrte Festversammlung!

60 Jahre Patenschaft ist eine lange Zeit aber die Gemeinsamkeit besteht seit dem Jahr 1523 durch Markgraf Georg den Frommen und seinem Sohn Georg Friedrich aus dem fränkischen Haus Hohenzollern. Georg war ein Fürst von europäischem Format. Zuerst verheiratet mit der ungarischen Königstochter Beatrix, dann Ansturm der Türken und Verlust der Ländereinen, Vertreibung und seine erste Frau mit Kind starben bei diesen Umwälzungen.

Bekanntschaft mit dem böhmischen König Ludwig II und Erwerb des Fürstentum Jägerndorf.

Beteiligung mit 15.000 Jägerndorfer Soldaten bei der Schlacht bei Mohacs 1526 gegen die Türken. Dabei sind gefallen sein Schwiegervater König Mathias von Ungarn und sein guter Freund der böhmische König Ludwig II. Mit gut ausgebildeten Beamten aus Ansbach wurde das Fürstentum Jägerndorf zum Herzogtum erhoben und sehr erfolgreich in Personalunion verwaltet. Georg könnte, als summus episcopus, ein Bewunderer unserer Landespatrone Cyrill (Konstantin) und Method (Georg) gewesen sein. Cyrill ( 827-869) ein sprachgewandter vom Patriarch Photios I in Konstantinopel ausgebildeter Theologe-Philosoph kam 863 auf Bitten des Mährischen Markgraf Rastiz in die Frontregion des ostfränkisches Reiches an die March. Cyrill setzte sich für die Verwendung der Texte der Heiligen Schrift in den neuen Sprachen ein, predigte gegen Awaren und Hunnen. Martin Luther übersetzte die Bibel ins Hochdeutsch und Georg schloss sich dem an, weil Luther mit gewaltigen Worten gegen die Türken und den Islam predigte. 

Erinnert sei am Tag an die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation an den 1. Papst Klemens I (50-101) der unter Kaiser Trajan, als Christ, aus Rom vertrieben, deportiert zum Berg Chersones an der Schwarzmeerküste bei Sewastopol und als Zwangsarbeiter Steine für die neue Trajanstadt  brechen musste und dort starb. An Cyrill und Method kam die Aufforderung von Papst Nikolaus I (858-867) die Grablege des Klemens ausfindig zu machen und die Gebeine nach Rom zu bringen. Bei der Ankunft hat Papst Hadrian II die Mönche am Stadtrand von Rom freudig empfangen und in einer feierlichen Prozession wurden die Reliquien des hl. Papst Klemens in die Lateranbasilika überführt.

Für Zusammenhänge trifft uns Jägerndorfer immer die „Magische Zwei“ zu. Papst Klemens kannte noch den Apostel Paulus, unsere 2 Landespatrone Cyrill und Method errichteten unsere Kirchenprovinz als Doppelbistum Olmütz und Kremsier, Zwei Ansbacher Markgrafen regierten das Herzogtum Jägerndorf und in Jägerndorf und Ansbach fließen je zwei Flüsse zusammen Goldoppa und Schwarze Oppa, Rezat und Onold. Nach der Vertreibung regten zwei Lehrer Ernst Kober und Thomas Konorza die Patenschaft mit großem Eifer an. Wie in Ansbach von Anfang an Menschen aufeinander zugingen, wie so aus anfänglichem Fremdsein gute Beziehungen wuchsen, Vorurteile abgebaut wurden, wie ein Stück Heimat entstand: „Gemeinschaft muss man auch leben!“ Es wäre interessant neben dem Jägerndorfer Heimatmuseum ein zweites Museum am Rathausareal als Bürger- Begegnungszentrum, mit einer Sammlung durch Ansbacher Bürger, wie im Laufe der Zeit das Bürgertum mit Trachten, Dokumenten und Exponaten darzustellen ist, wie die Vorfahren lebten. Auch schlechte Zeiten wie nach 1806. So ist zu der Oper „Kaspar Hauser“ die Musik von Franz Schubert dessen Eltern aus dem Altvaterland sind.

Zur Wahrung unserer sudetendeutschen Region Jägerndorf/Altvatergebirge erfassen, dokumentieren und analysieren wir die Geschichte wie sie wirklich passierte. Auch wenn die Wahrheit unbequem und politisch nicht in das heutige  Political Correctness Zeitbild passt. Wir wehren uns gegen jene Neuhistoriker und Geschichtsfälscher, die die nachfolgenden Generationen vergiften, in dem sie das Andenken an die Heimat und an die gefallenen Väter, Großväter und Urgroßväter schänden und ihnen die schuldige Achtung und Ehrung verweigern. Es gibt uns das Bewusstsein, hier in der Patenstadt, eine neue, aber doch uralte Heimat und das Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Geborgenseins wiedergefunden zu haben. Wie in der Vergangenheit und heute gilt unser herzlicher Dank den Verantwortlichen der Stadt Ansbach.



 
 
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Jägerndorfer Tage · 14. September 2014 · Karlshalle Ansbach

Vortrag über Jägerndorf von Rüdiger Hein

 

Im Rahmen des Festaktes 60 Jahre Patenschaft Ansbach – Jägerndorf hielt Rüdiger Hein einen Vortrag über Jägerndorf.

Zuerst ging er auf die geographische Lage der Stadt sowie die beiden Nachbarstädte Hotzenplotz und Ratibor ein. Hotzenplotz, bekannt durch die Kindergeschichten von Ottfried Preußler (Räuber Hotzenplotz) und Ratibor nach dessen Namen das gleichnamige Schoß in Roth bei Nürnberg benannt ist.

Die bewegte Geschichte Jägerndorfs wurde kurz zusammengefasst und beginnt mit der bereits im 12. Jh. bestehenden Stadt Kyrnow von welcher der heutige Name Krnov abgeleitet ist. Dieser Name verschwand nach der Vernichtung durch die Mongolenüberfälle zum Beginn des 13. Jh. Ab 1269 hieß die Stadt Jägerndorf bis 1945. Natürlich wurde auch auf die Herrschaft des Markgrafen Georg von Ansbach-Brandenburg eingegangen. Dann kamen die Wirren des 30 Jährigen Krieges sowie Reformation und Gegenreformation zum Tragen. Nun musste Jägerndorf auch noch den Krieg zwischen Friedrich dem Großen und Maria Theresia überstehen, der bewirkte, dass Jägerndorf bei den Habsburgern verblieb. Der Brand von 1779 vernichtete die Stadt die überwiegend aus Holzbauten bestand, fast vollständig. Von dieser Katastrophe erholte sich die Stadt nur langsam. Der Aufschwung begann in der    2. Hälfte des 19. Jh. in der sich die Stadt zu der bekannten Tuchmacherstadt entwickelte.

Mit der Zeit bis 1945 wurde Jägerndorf zur Industriestadt mit 57 Großbetrieben.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Begriff „sudetendeutsch“ für die deutschsprechende Bevölkerung geprägt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges folgte die Vertreibung aller Deutschen und Jägerndorf verlor seinen deutschen Namen. Rüdiger Hein stellte anschließend noch einige bekannte Jägerndorfer vor: z.B. Architekt Leopold Bauer (Denkmal hinter dem Rathaus), den Musiker Gerhard Taschner, Schauspielerin Winni Markus sowie den Bauernbefreier Hans Kudlich. Assistiert von Ute Schlieker wurden Bilder aus der Geschichte und der Vor- und Nachkriegszeit auf der Leinwand gezeigt.

Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt von  den 4 Bläsern der Musikschule Ansbach.